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Die besten Funktionen und die noch ausstehenden Verbesserungen von Dorico

5 Funktionen, die wir lieben, und 5 Funktionen, die uns in Dorico noch fehlen

 

Dorico gehört aufgrund seines modernen Workflows und seiner umfangreichen Möglichkeiten im Notensatz zu den angesehensten Programmen für Musiknotation.

Doch keine Software ist perfekt. Werfen wir also einen Blick auf fünf Dinge, die Dorico außergewöhnlich gut macht – und auf fünf Bereiche, in denen wir noch Verbesserungspotenzial sehen.

 

 

5 Dorico-Funktionen, die wir lieben

 

1. Notensatzfunktionen

Die Lieblingsfunktion vieler Noteneditor:innen in Dorico ist der automatische Notensatz, der saubere und elegante Partituren mit weniger manuellen Korrekturen erzeugt. Dadurch sieht die Partitur bereits während der Arbeit gut aus, und am Ende ist kaum aufwendige Nachbearbeitung erforderlich.

In diesem Zusammenhang ist Doricos Engrave Mode der Bereich, in dem das Erscheinungsbild der Partitur gesteuert wird. Diese Funktion trennt musikalische und grafische Inhalte voneinander, sodass Seitenlayout, Abstände und andere Elemente angepasst werden können, ohne die Musik selbst zu verändern.

 

2. Flows, Layouts und verknüpfte Stimmen

Auch Doricos Projektstrukturverwaltung ist eine herausragende Funktion. Mit Flows lassen sich mehrere Stücke, Sätze, Übungen oder Cues innerhalb eines Projekts verwalten, während Layouts verschiedene Partitur- und Stimmenversionen aus demselben musikalischen Material erzeugen.

In Dorico kann ein einzelnes Projekt mehrere Sätze oder Songs enthalten. Gleichzeitig lassen sich Gesamtpartituren, Einzelstimmen oder verschiedene Versionen derselben Musik generieren.

 

3. Wiedergabe und DAW-ähnliche Werkzeuge

Viele Komponist:innen schätzen Doricos Wiedergabefunktionen. Steinberg, der Entwickler von Dorico, stammt aus dem Cubase-Ökosystem, und die Verbindung zur Audio-Umgebung von Steinberg verleiht Dorico leistungsstarke Wiedergabewerkzeuge, VST-Unterstützung, Expression Maps, MIDI-Bearbeitung und einen ausgefeilteren Wiedergabe-Workflow als viele andere Notationsprogramme.

 

4. Spezielle Notation: Gitarre, Harfe, Schlagzeug und zeitgenössische Techniken

Dorico verarbeitet komplexe Notation auf besonders natürliche Weise. Es bietet Gitarrentabulaturen, Akkorddiagramme, Harfenpedalnotation, Schlagzeugnotation, zahlreiche Spieltechniken sowie Funktionen für die Anforderungen zeitgenössischer Musiknotation.

 

 

5. Automatische Kondensation

Die Funktion der automatischen Kondensation ist besonders wichtig für Orchesterwerke und große Ensembles. Dorico kann automatisch mehrere Musiker:innen auf weniger Notensystemen in der Gesamtpartitur darstellen und dabei die Einzelstimmen weiterhin getrennt halten.

Darüber hinaus fasst das Programm auch bestimmte Notationsdetails bei der Erstellung der endgültigen Partitur automatisch zusammen.

 

5 Funktionen, die uns in Dorico noch fehlen

 

1. Realistische Wiedergabe und Audio-Workflow

Wie bereits erwähnt, verfügt Dorico über starke Wiedergabefunktionen. Dennoch sind viele Nutzer:innen der Meinung, dass dieser Bereich noch weiterentwickelt werden könnte. Steinberg hat kürzlich mehrere Updates zur Wiedergabe veröffentlicht, doch insbesondere die Nutzer:innen von Dorico 6 äußerten Enttäuschung darüber, dass die Verbesserungen nicht so umfangreich ausfielen wie erhofft.

 

2. Lernkurve für neue Nutzer:innen

Dorico ist leistungsstark, aber sein Workflow wirkt anfangs nicht besonders intuitiv. Die Logik von Dorico unterscheidet sich von der von Sibelius oder Finale: Sie basiert nicht darauf, Symbole auf einer Seite zu platzieren. Dieses System erweist sich später als sehr effizient, ist zu Beginn jedoch schwer zu erlernen.

 

3. Mehr Flexibilität bei manuellen Anpassungen

Eine der größten Stärken von Dorico ist die Automatisierung des Notensatzes. Gleichzeitig kann genau diese intelligente Notensatzfunktion frustrierend sein, wenn Nutzer:innen ein sehr spezifisches visuelles Ergebnis erzielen möchten.

Einige Editor:innen würden sich wünschen, Doricos Regeln einfacher überschreiben zu können, wenn ein ungewöhnliches Layout oder eine besondere musikalische Situation dies erfordert.

 

4. Weitere Entwicklung spezieller Notationsbereiche

Dorico unterstützt bereits viele Bereiche spezieller Notation, etwa für Gitarre, Harfe, Schlagzeug oder zeitgenössische Musik. Allerdings erfordern diese Bereiche häufig sehr spezifische Lösungen.

Die jüngsten Updates von Dorico brachten Verbesserungen bei Gitarrentabulaturen, Tuplets, Textfunktionen und Marching-Percussion. Dennoch schlagen Nutzer:innen weiterhin vor, diese Bereiche weiter auszubauen.

 

5. Feinschliff im Workflow und kleine Komfortfunktionen

Dorico bietet einen modernen Workflow, dennoch wünschen sich Nutzer:innen weiterhin einfachere Verbesserungen, etwa ein intuitiveres Kopieren und Einfügen, mehr Anpassungsmöglichkeiten, eine flüssigere Navigation und weitere Optimierungen für tägliche Bearbeitungsaufgaben. 

Auch nach Dorico 6 zeigt die große Zahl an Funktionswünschen, dass sich die Nutzer:innen für den professionellen Alltag noch mehr Feinschliff wünschen.

 

 

Abschließende Gedanken

Dank seiner modernen Benutzeroberfläche hat sich Dorico einen festen Platz unter den führenden Programmen für Musiknotation gesichert. Gleichzeitig setzt sich die Nutzergemeinschaft weiterhin für Verbesserungen im Workflow und bei speziellen Notationsfunktionen ein.

Unserer Meinung nach ist es ein gutes Zeichen, dass Dorico-Nutzer:innen immer noch mehr verlangen. Dorico hat die Messlatte hochgelegt, und entsprechend steigen auch die Erwartungen. Dorico bleibt eines der leistungsstärksten Werkzeuge, die heute verfügbar sind, und entwickelt sich mit jeder neuen Version weiter.

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